Sep
22

Das Ende der Geschichte
von FurB

 

Konsequenz, Balance
Vom inneren Gleichgewicht

Kein kleines Kapitel kognitiver Konsonanz Kaffeekanne. ???

In meinem Kopf mag es sich so anhören. So ausgesprochen klingt das ausgesprochen schizo. So sieht es nämlich aus!

Vor wenigen Tagen las ich in der Zeitung: Eines morgends, Einbeck, Mitteldeutschland: Die Sonne scheint warm. Selten warm in jenem regnerischen Sommer. Du gehst mit deinem Hund spazieren. Mit einen Mal kommt dir ein nackter Mann entgegen. Du erschrickst. Ich auch, ich wäre jedoch weitergelaufen. Schon kommt die Polizei, die irgendjemand gerufen. Sie fangen den Nackedei ab. Der Mann versteht sie nicht. Er sagt, es sei doch so schön warm. Er merkt es nicht.

Anderenorts, anderntags, derselbe Sonnenschein: Ich mache Urlaub im andalusischen Almería. Es istvdervTag des Herrn. Ich will zum Gottesdienst in die Kathedrale gehen. Die Haare platinblond, die Hose kurz. Geht nicht. Nicht in Spanien jener Tage. Mein Freund leiht mir seine lange Jeans. Mit der gehe ich zur Kirche. Davor, eine alte Zigeunerin, bettelt mich an. Standard. Ich gebe nichts. Auch nichts drauf und betrete das Gotteshaus. Und, meine Schwestern und Brüder, in anständigem Schwarz, starren mich mit Entsetzen an. Ich werde weiß.

Ich weiß, ich kann schön singen. Schön. Andere sagen das mir. Gut. Ich sage, ich weiß. Nicht gut. Alles klar.

Dj Puffmutter kommt rein. Der Dieter Poptitan Bohlen sitzt da. Dj Puffmutter jault los. Er singt wie ein Hund, dem du voll in die Klöten trittst. Bohlen lacht, lacht ihn aus. Junge, du kannst nicht singen! Dj Puffmutter widerspricht. Doch. Nein. Doch. Ja. Nein. Jackpot.

Drei doofe Beispiele. Für: Geht's noch?! Man kannves auch kürzer und einfacher ausdrücken. Man, ja. Ich, nicht. Das ist das, warum ich merken sollte, dass ich das womöglich für mich behalte. Und allein mit mir ausmache. Was geht, was noch, und was schon nicht mehr.

Gestern wollte ich es wissen. Ich bin aufs Ganze gegangen. Indem ich mich mit meiner Geschichte veröffentlichte. Ich wusste, was ich tat. Ich ging bis an die Grenze. Bis an die Kante. Um Haaresbreite überm Abgrund.

Ich fühlte mich wie mitten in die Fresse getreten. Tat weh. Geil ist anders. Ich weiß, ich kann nicht fliegen. Ich habe Angst vorm Sturz in die Schlucht. Ich bin nicht gesprungen. Ich bin nicht hinuntergefallen. Ich bin nicht am Boden zerschellt. Ich lebe. !!!

Darum, lieber Christian, war es gut, dass ich mich geoutet habe. Und genausogut ist, dass ich ein normal Feedback gekriegt habe. Und als Drittes und Letztes all dem trotze und trotzdem nichts bereue. Weder das Eine, noch das Andere.

Ich habe daraus lernen können. Viel Kritik, wovon eine Menge aber Gewicht hat. Menschen, die meinen, meine Katze seien mies gestochen, talentlos gurkig geritzt oder zeugten von meiner kranken Psyche. Da einige unter ihnen es konstruktiv meinen und auch vernünftig begründen, verstehe ich sie. Ein paar von denen verstehen sogar mich.

Das ist paradox. Das ist normal. Das ist das Leben.

Ich bin auch normal. Weil mir das weh tut, mich sauer macht, und ich Schmerz und Scham spüre. Und verstehe. Und weiß, dass das mal anders war. Dass ich dasselbe spürte, und es doch nichtvwirklich merkte.

Wie ich viele Leute albern finde, so lachen diese albernen Mensch mich aus. Es gibt aber auch lustige Dinge, worüber wir gemeinsam lachen. Zusammen freuen wir uns. Und haben Spaß. Am Leben.

Ich merke, ich kriege gerade die Kurve nicht. Nun. Da ist ja jetzt auch nicht bloß der Schmerz. Mich haben echt nicht wenige angeschrieben und mir gesagt, sie finden, ich habe genau die richtige Einstellung. Sie haben Respejt vor meinem Mut. Dass ich es wage, mich traue, ich zu sein, dazu zu stehen, es zu zeigen , es auszuhalten, wenn sie mich verfluchen.

Und ich habe ja schon davin erzählt, dass ich allein mein einziger Gegner war, wo es darum ging, meine Traum zu leben, statt mein Leben zu träumen, wie viele es normal eben tun. Ich mache es anders wie nur wenige und bin da gottlob nicht normal. Ein Macher und kein normaler Stammtischbruder.

Ich will das, bin das und kann das auch. Aber ich bin mehr als das. Damit will ich sagen, dass es in meinem reichen Leben noch so viel mehr gibt. Eben anders, als es einmal war.

Wenn du mit dir gar nichtbklar kommst, dann bleibt oft nur das Eine. Wenigstens. Doch ich fühle mich freier, wenn ich mich selber nicht so extrem reduzieren muss.

Heute sage ich nicht, meine Katzen sind mein Leben. Meine Tattoos sind mein Leben. Oder mein Mann ist mein Leben. Ich sage, da habe ich eine gesunde Ansicht.

Wenn ich am Ende immer noch sage, meine Tattoos sind geil, schön, perfekt, und genau davon habe ich immer geträumt, jetzte merke ich auch, ich habe es geschafft. Ich habe mich, ich bin ich. Das ist alles, was zählt.

FurB






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