Ein Tattoo ist für immer. Die Geschichte der Tätowierung in Deutschland

Geschrieben von Casandra
Samstag, 6. Oktober 2007
Tattoos begleiteten die menschliche Entwicklung über viele Jahrhunderte, Jahrtausende. Prähistorische Funde belegen, daß die Körperbemalung noch vor oder doch zumindest gleichzeitig mit den Felsmalereien eine der ersten künstlerischen Äußerungen des Menschen war. In "Ein Tattoo ist für immer. Die Geschichte der Tätowierung in Deutschland" beschreibt Marcel Feige genau diese Entwicklung in Deutschland, und dekoriert das Ganze mit atemberaubenden Fotos und interessanten Interviews.
Die Hautbilder bei den Urvölkern hatten eine religiöse oder magische Bedeutung. Naturstämme markierten sich mit Tattoos, um in einem Kampf in der Lage zu sein, ihre Freunde und Feinde auseinanderzuhalten. Lange Zeit war das Phänomen eine Lebensäußerung sozialer Randgruppen, umgeben von einem Hauch des Verwegenen.

In Amerika und Großbritannien hatte die »Art of Tattooing« längst schon Einzug gehalten, da gelangte das Tätowieren erst nach Deutschland. Interessanterweise eröffnet ausgerechnet der deutsche Immigrant Martin Hildebrandt, der 1870 das erste Tattoo-Studio der USA.
Heute, über 100 Jahre danach, sind Tätowierungen hierzulande eine eigene Profession, und Kult für jeden. Sie sind Ausdruck der Lust am Leben. Und das ist nicht zuletzt das Verdienst einer exaltierten Jugend, die in den 90ern die Tattoos als ein Symbol ihres Lifestyles erkoren hat. Tattoos sind Schmuck.

Die Geschichte der Tätowierung in Deutschland von Marcel Feige,mit 1000 Abbildungen von 1900 bis 2002. Mit diesem Bildband liegt zum ersten Male eine umfassende Darstellung der Tattoo-Geschichte Deutschlands in Wort und Bild vor.

Tätowierungen sind Körperschmuck, und Schmuck ist dazu da, daß er bewundert wird. Das Buch »Für immer Tattoo« ist in erster Linie also ein Bilderbuch. Jede Menge Motive, Plakate und Fotos erzählen 100 Jahre Tattoo-Geschichte in Deutschland: angefangen bei den Freaks und »Schaubudenmenschen« der Sideshows Anfang des 20. Jahrhunderts und den Seefahrer-Tätowierungen von Christian Warlich, Herbert Hoffmann und Albert Heinze in Hamburg in den 20er, 30er und 40er Jahren über die Hautzierde aus dem Knast in den 50er Jahren, die Tattoos der Rocker und Punks in den 60er und 70er Jahren bis hin zu den Lifestyle-Hautbildern der Techno- und HipHop-Generation in den 90er Jahren.

Das Buch »Für immer Tattoo« ist aber auch ein Lesebuch. Die vielen Abbildungen werden ergänzt durch eine umfassende Einführung zur Geschichte der Tätowierung in Deutschland – selbstverständlich im Kontext zur internationalen Entwicklung, durch ausführliche Porträts der einzelnen subkulturellen Strömungen, deren Ursprung und Bedeutung für die Tätowierung, sowie Interviews mit bedeutenden Tätowierern bzw. Tätowierten, ohne die die Geschichte der Tätowierung in Deutschland nicht denkbar wäre.

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